Philipp Preißler, 41 Jahre, Familienvater, Betriebswirt und bewährter langjähriger Mitarbeiter der Stadtverwaltung Freiberg, wurde mit einer hohen Stimmenmehrheit durch die Bürger der Stadt am 26. Oktober 2025 zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Er hatte die Wahl angenommen und sich mit all seinen Möglichkeiten auf seinen baldigen Amtsantritt vorbereitet. Doch es kam anders.
Auf unvorhersehbar lange Zeit wurde er praktisch in der Startposition festgehalten, ohne dass es einen klaren Einspruch durch eine bekannte Person oder Personengruppe gab. Philipp Preißler verließ sich auf das übliche Procedere, auf die ausstehende gerichtliche Entscheidung. Nun ist es für jedermann belastend, wenn Gegenwind anonym von einer oder mehreren Seiten entgegenweht. Dies mag heute in Verwaltungen häufig vorkommen, aber es ist doch moralisch nicht der Gipfel der menschlichen Entwicklung. Es ist auch nicht gerade ehrenwert, aus dem Hinterhalt zu agieren, und besonders ist kein Mann dazu geschaffen, so etwas für sein Amt unbeschadet zu überstehen, ebensowenig für sein Inneres.
Das würde der stärkste Ochs nicht ertragen können, und erst recht nicht ein Mensch. Schon gar nicht ein Mensch wie Philipp Preißler, der sein Leben bisher auf Pflichterfüllung und Regelbefolgung aufgebaut hatte. Dass ihm vielleicht die richtige Einschätzung seiner eigenen mentalen Stärke für das Amt des Stadtoberhauptes fehlte, - das ist eine heutzutage recht häufig vorkommende Schwäche.
Im Nachhinein ist jeder klüger - dass es vielleicht klüger gewesen wäre, das Amt unter diesen Umständen rechtzeitig zurückzuweisen. Doch was ist rechtzeitig? Und welche Häme wäre dann über ihn hereingebrochen?
Philipp Preißler verhielt sich (mindestens) bis zur Amtseinführung ehrenhaft und standhaft und in der Vergangenheit ohne auffällige Tadel. Dass es einem Menschen einmal zuviel werden kann und dass die Nerven einmal durchgehen, dass ist nicht selten und es ist per se nicht ehrenrührig. Es ist verständlich in Anbetracht der Abläufe. Ja, es ist tragisch, sowohl für die Stadt wie für den Menschen und Mitbürger Philipp Preißler!
Bedenken Sie: Cholerikern passiert es alle Tage und sie stehen dazu und sie sind oft unangefochten in Führungspositionen.
"Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." !?
Soll das für uns in Freiberg das letzte Wort sein?