Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -
Ausgeoberbürgermeistert!
von Jens Uhlemann
So schnell kann man selber seine Karriere beenden. Sollte sich der Vorfall in der Nikolaistraße im Leipziger Stadtzentrum so zugetragen haben, wie die Polizei es mitgeteilt hat, braucht die Silberstadt Freiberg sofort einen neuen Oberbürgermeister. Dabei ist es völlig egal, welche Ursachen diesem Verhalten zugrunde liegen. Ein Mensch, der sich mental nicht im Griff hat, gehört in keine leitende Position und schon gar nicht in ein öffentliches Amt.
Herr Preißler hat mit diesem Verhalten jegliches Vertrauen in seine Amtsführung verspielt. Niemand würde ihn zukünftig je wieder ernst nehmen. Jede seiner künftigen Entscheidungen würde angezweifelt. Hinzu kommt, dass in diesem Land Menschen bei kleineren Verstößen ihre Anstellung und Reputation verlieren, obwohl sie keine Entscheidungsträger sind.
Ein Bürger schrieb dazu: „Es gibt an diesem Verhalten nichts, aber auch gar nichts zu entschuldigen. Wenn du so etwas als Jäger (Waffenträger) machst, bist du sofort deine Zuverlässigkeit und damit deinen Jagdschein und deine WBK los! In bestimmten Positionen ist es einfach eine Voraussetzung, sich im Griff zu haben. Natürlich kann man auch mal ausrasten, dann sollte man aber wissen, wann und wo man das tut und ohne andere zu verletzen oder in Gefahr zu bringen. Es gibt da genug Möglichkeiten!“
Für Philipp Preißler ist es jetzt am besten, selber die Reißleine zu ziehen. Er sollte mit sofortiger Wirkung zurücktreten und alle seine anderen öffentlichen Ämter niederlegen. Nur so hat er die Möglichkeit, irgendwann wieder als Bürger fest im Leben zu stehen, ohne sich immer wieder rechtfertigen zu müssen. Gesundheit geht vor!
Für die Bergstadt Freiberg ist es eine Tragödie. Begonnen hat sie mit dem vorzeitigen Weggang des letzten OB Sven Krüger und den hinterlassenen Problemen. Da steht am „Tor zu Freiberg“ eine immer noch perspektivlose Bahnhofsruine. Die finanzielle Lage verschlechtert sich beinahe täglich. Der Investitionsstau ist sehr groß. Die Verkehrssituation ist bedenklich. Die kriminellen Vorkommnisse geraten in letzter Zeit zunehmend außer Kontrolle. Hier seien die Schmierereien in der Bahnhofsvorstadt erwähnt. Fast täglich werden Papier- und Leichtstofftonnen angezündet. Als trauriger Höhepunkt kam dann noch ein Messerangriff in der Meißner Gasse hinzu.
Das unendliche Gezerre um die Oberbürgermeisterwahl des letzten Jahres mit der Verweigerung einer Stadtratsmehrheit, einen Amtsverweser einzusetzen, wirkte sich äußerst negativ aus. In Fortsetzung des Fehlstarts geht der langersehnte neue OB einige Tage nach seinem Amtsantritt in den Urlaub. Den unerträglichen Ausgang dieses Urlaubes durften wir alle in bundesweit erscheinenden Medien erleben.
Freiberg braucht keine weiteren Intrigen, keine politischen Schauspieler, auch keine links-grün getriebenen Ideologieprojekte.
Freiberg braucht eine starke, bodenständige und nachhaltig ordnende Hand.
Freiberg braucht einen Oberbürgermeister, der nach seinem Amtsantritt mit Vollgas an die Lösung einer riesigen Aufgabenfülle herangeht.
Freiberg braucht einen Oberbürgermeister, welcher die Mitarbeiter der Stadtverwaltung motivieren kann, bei dieser Aufgabenbewältigung erfolgreich mitzuwirken. Das wiederum braucht Vertrauen!
Freiberg benötigt Visionen!
Freiberg braucht leider schon wieder Neuwahlen – und das ganz schnell!