Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -
Wissenschaft ist kein Verbrechen
Nachbetrachtung von Dominik Kern
Eine haltlose Strafanzeige und deren mediale Inszenierung
Es gibt offenbar im linken Milieu eine unselige Allianz aus journalistischen Aktivisten und lokalen Politikern, die es sich zum Ziel gesetzt hat, politisch unliebsame Personen zu bekämpfen und durch gezielte Manipulationen zu diffamieren: Jüngstes Beispiel ist der versuchte Rufmord an der Biologin Dr. Mathilda Huss im Nachgang zu einem Vortrags- und Diskussionsabend über Biologie, Vererbung und Politik beim Freiberger Forum am 20. März 2026. Nun ist Dr. Huss für die linke Szene – spätestens seit dem zum bundesweiten Skandal hochstilisierten sogenannten „Potsdam-Treffen von Rechtsextremisten“ 2023 (der längst widerlegten „correctiv-Lüge“) – eine Feindfigur. Sie ist Eigentümerin des Tagungsorts Villa Adlon am Lehnitzsee und dazu noch aufgrund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich Genetik und Vererbung für Vertreter der linken Gleichheitsideologie ein Dorn im Auge.
Der eingangs genannte Vortrag beim Freiberger Forum im März war für den FP-Redakteur Manuel Niemann, nach eigener Aussage im Instagram-Profil „Autor, Atheist, Antifaschist“ und Mitglied der linksgrünen taz-Genossenschaft, Anlass genug, um in mehreren Artikeln im Verbund mit dem lokalen Grünen-Stadtrat Johannes Brink die Referentin Dr. Huss durch eine einseitige Berichterstattung in ein schlechtes Licht zu rücken. So titelte Niemanns Artikel in der FP-Ausgabe vom 9. April vollmundig: „Gastgeberin des Potsdamer Treffens: Strafanzeige wegen Volksverhetzung nach Auftritt in Freiberg“. Angezeigt von Herrn Brink, stellt sich die Frage: Warum und auf welcher Grundlage meinte Herr Brink – dem es wie jedem anderen Bürger natürlich freisteht, Strafanzeigen bei der Polizei zu Protokoll zu geben – eine Strafanzeige gegen Frau Dr. Huss zu stellen? Brink schien sich selbst bei der Anzeigenerstattung nicht so sicher zu sein; räumte er doch selbst gegenüber der FP ein, die Anzeige wegen Volksverhetzung bewege sich in einem „Graubereich“ – darauf verzichten wollte er dennoch nicht. Warum wohl?
Im besagten FP-Artikel wird Huss' Aussage „Die Gleichheit vor dem Gesetz stellt einen schützenswerten zentralen zivilisatorischen Wert dar. Die empirische Gleichheitsbehauptung dagegen ist Wunschdenken und empirisch falsch.“ fälschlich interpretiert durch „Die Biologin Mathilda Huss leitete im Freiberger Festsaal aus genetischen Daten eine Ungleichwertigkeit von Menschen ab“ und daraus gefolgert, sie habe damit die Menschenwürdegarantie bei Menschen mit abweichenden genetischen Merkmalen grundsätzlich in Frage gestellt – dies war nie der Fall. Allein durch das wissenschaftlich untermauerte Hervorheben genetischer Unterschiede bei Menschen verschiedener Kulturen und Ethnien wurde offensichtlich weder die Menschenwürde bestimmter Gruppen tangiert noch zu Hass aufgestachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen aufgefordert.
Am 14. April legte Niemann in einem weiteren FP-Artikel gegen Dr. Huss nach, indem nun durch die Skandalisierung einer angeblichen Nichtreaktion der Stadt Freiberg auf eine „warnende e-Mail eines Naturwissenschaftlers“, den Vortrag von Mathilda Huss nicht stattfinden zu lassen, politische Konsequenzen gefordert wurden. In einem online-Beitrag auf dem Instagram-Kanal der FP vom 22. April thematisierte Niemann wieder Brinks Strafanzeige wegen Volksverhetzung und stellte verschiedene Aussagen von Dr. Huss in ihrem Vortrag aus dem Zusammenhang so dar, als habe sie sich „indirekt“ rassistisch geäußert. Dabei wiederholte er die gerichtlich widerlegte „correctiv-Lüge“ [1], wonach beim Potsdam-Treffen über die „Massenausweisung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ gesprochen worden sei. Neben dieser verzerrten Darstellung wurde auch eine weitere Absicht des Grünen-Stadtrats offenbar: Johannes Brink scheint die Strategie zu verfolgen, neben der Diskreditierung von Dr. Huss auch das Freiberger Forum als konservative Institution zu beschädigen und dem Forum die Nutzung des Städtischen Festsaals zu verbieten, indem er kundtut, unabhängig von dem Ausgang des Strafverfahrens „Konsequenzen für die Saalvergabe“ durch die Stadt Freiberg zu „erwarten“. Dabei dürfte selbst juristisch ungeschulten Aktivisten bekannt sein, dass die Stadt Freiberg als öffentlicher Träger bei der Vergabe des Saales dem Gleichbehandlungsgrundsatz nach Artikel 3 des Grundgesetzes unterliegt und die Nutzung nicht willkürlich untersagen darf.
Die holprige Rufmordkampagne erweckt den Anschein einer billigen PR-Nummer des Herrn Brink, um der eigenen linksgrünen Klientel zu zeigen, dass man doch irgendwie „gegen rechts“ aktiv geworden sei - verbunden mit der irrationalen Hoffnung, dass schon noch „etwas hängen bleiben werde“. Womöglich hatte er auch die Saalnutzung durch das Freiberger Forum im Blick, obwohl eine Untersagung der Nutzung durch die Stadt Freiberg vor Gericht aus vorgenannten Gründen keinen Bestand haben würde.
Man darf nun gespannt sein, ob die FP der Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Frau Dr. Huss wegen fehlenden Tatverdachts (§ 170 StPO) denselben Raum gewähren wird wie ihrer medialen Vorverurteilung im Zuge der abwegigen Strafanzeige des Herrn Brink. Eine Richtigstellung durch die FP wäre hier mehr als angebracht. Dies ist leider aufgrund der ideologischen Voreingenommenheit der Beteiligten nicht zu erwarten.
[1] Gericht sieht Anhaltspunkte für unwahre Correctiv-Berichterstattung
Der Vortrag ist vollständig öffentlich und überprüfbar, nichts davon hat sich als strafrechtlich relevant erwiesen.
Veranstaltungsbericht (mit weiteren Links, u.a. zum Videomitschnitt des Vortrags)
Stellungnahme der Referentin zu den Vorwürfen
Über den Autor
Als gebürtiger Freiberger und Familienvater bin ich, Dominik Kern, tief in unserer Bergstadt verwurzelt. Nach mehr als einem Jahrzehnt in anderen Teilen Deutschlands und im Ausland sehe ich die Einzigartigkeit unserer Region heute mit geschärftem Blick.
Beruflich bin ich als Maschinenbauingenieur tätig, widme mich aber schon lange der Medienwelt: Mein Spektrum reicht von Sport- und Veranstaltungsberichten über akademische Schriften bis zur Gründung der Regionalzeitung FORUM AKTUELL. Da ich in der klassischen Medienlandschaft eine zunehmende ideologische Schlagseite wahrnehme, setze ich mich aktiv für alternative Medien und im Freiberger Forum ein.