Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses
„Jahresendfeier“
Offener Brief von Andreas Böhnstedt
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Seltmann,
sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die Einladung zur sogenannten „Jahresendfeier“ am 4. November 2026.
Gestatten Sie mir hierzu eine persönliche Anmerkung:
Im Erzgebirge hat das Weihnachtsfest eine jahrhundertealte und tief verwurzelte Tradition. Es ist untrennbar mit unserer regionalen Identität, unserem Brauchtum und dem besonderen erzgebirgischen Lebensgefühl verbunden. Schwibbögen, Weihnachtsberge, Räuchermännchen, Bergmanns- und Engeltraditionen sowie das gemeinsame Feiern der Weihnachtszeit sind Ausdruck einer Kultur, die weit über einen bloßen Jahresabschluss hinausgeht.
Aus diesem Grund empfinde ich die Bezeichnung „Jahresendfeier“ für eine Veranstaltung, die erkennbar der vorweihnachtlichen Begegnung und dem Weihnachtsfest gewidmet ist, als unpassend. Ein Weihnachtsfest ist eben keine „Jahresendfeier“. Gerade im Erzgebirge sollte die Stadt Freiberg den Mut haben, diese gewachsene Tradition auch ausdrücklich beim Namen zu nennen.
Ich würde mir daher wünschen, dass unsere schöne und identitätsstiftende Tradition nicht aus vermeintlicher politischer oder sprachlicher Rücksichtnahme umbenannt wird. Weihnachten darf auch weiterhin Weihnachten heißen – insbesondere hier bei uns im Erzgebirge.
Für den 4. November 2026 muss ich leider absagen.
Ich wünsche Ihnen bereits heute eine schöne Weihnachtszeit, ein gesundes, hoffentlich friedliches neues Jahr und ein Zurück zur Stabilität in der Stadtverwaltung – Sie sind es unserer schönen Bergstadt Freiberg und nicht zuletzt auch den Freiberger Bürgern schuldig.
Ein herzliches Glück Auf!