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„Strategiegespräch“ in Dresden

von Andreas Schettler

Matthias Berger bei seinem Vortrag
Foto: Andreas Schettler (2026)

Der Einladung des parteilosen Matthias Berger (MdL) zu einem „Strategiegespräch nach den Wahlen“ folgten am Samstag, dem 26. September, ca. 100 Interessierte in das Conference Center in der Dresdner Neustadt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Antje Hermenau. Als Referenten traten die Unternehmerin Dr. Ute Bergner aus Thüringen, Torsten Gahler (MdL) und Thomas Knott (Mittelstandsinitiative Brandenburg) am Vormittag vor die Besucher aus Politik und Wirtschaft.

Ute Bergner, Physikerin und bis 2024 aktive Landtagsabgeordnete, zeichnete mit ihrem Situationsbericht aus Thüringen ein zerrüttetes Bild von möglichen politischen Bündnissen. Sie wusste auch über die Arbeit des Rechtsanwaltes Ralf Ludwig zu angestrebten Verfassungsänderungen in den Bundesländern für mehr und direkte Demokratie zu berichten.

Torsten Gahler bezog sich in seinen Ausführungen auf die unhaltbaren Zustände im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) bzw. in der Landesmedienanstalt und vermisste seit Jahren die objektive Information der Bürger. Eine Kündigung des Medienstaatsvertrages forderte der Erzgebirger nachdrücklich ein.

Die Auswirkungen der aktuell ideologiegetriebenen, wirtschaftsfeindlichen Politik mit massivem Arbeitsplatzabbau durch Insolvenzen in nie gekanntem Ausmaß nannte der Unternehmer Thomas Knott „Sterben ohne Schlagzeilen“ und zeichnete damit ein dramatisches Bild des einhergehenden Verlustes von Wohlstand und Kaufkraft. Er forderte eine Absenkung der Staatsquote unter 40 Prozent und kritisierte verantwortungslose Risikoentscheidungen von Amtsträgern, die selbst persönlich noch nie ein Risiko getragen haben.

Im zweiten Teil führte Dr. Peter Grassmann, ehemals Vorstandsvorsitzender bei Carl Zeiss, Manager der Siemens AG und Direktor des Max-Planck-Institutes München, die Zuhörer auf „Neue Wege der Demokratie“. Dabei forderte er „Kompetenz statt Parteibuch“ bei Mandatsträgern und übte ebenso Kritik am Wirken des Verfassungsschutzes gegen neue politische Kräfte. Eine funktionierende Demokratie könne er derzeit nicht erkennen, und er sieht den Schritt vom Grundgesetz zu einer Verfassung als Möglichkeit zur positiven Veränderung.

Die politikerfahrene Frauke Petry sieht in den derzeit existierenden Parteien keine Kraft für erforderliche Systemänderungen und hat mit dem ÖRR ein klares Feindbild. Der viel zitierte „Populismus“ als Stilmittel sei kommunikativer Bestandteil eines jeden Politikers, denn mit differenzierten Argumenten seien Wähler nicht zu erreichen. Als Hauptbremsklotz für Veränderungen machte die promovierte Chemikerin verkrustete Strukturen im Staatsapparat aus. Der Aufbau von Netzwerken mit Gesellschafts- und Wirtschaftskompetenz als treibende gesellschaftliche Kraft hat für die gebürtige Dresdnerin einen hohen Stellenwert.

Der Tenor der abschließenden Publikumsrunde lag einmal mehr in der Kritik an den demokratischen sowie wirtschaftlichen Zuständen in Deutschland und an fehlender Glaubwürdigkeit. Durchweg positiv bewertet wurde die Initiative des Gastgebers Matthias Berger als Schritt in die richtige Richtung.

Referenten des Strategiegesprächs
Foto: Andreas Schettler (2026)

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