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Stadtrat Freiberg: Ringen um die zukünftige Gestaltung der Stadtspitze

von: Marko Winter

Hist. Ratssitzungszimmer mit Kamin
Ratssitzungszimmer mit Kamin, Foto M. Winter, 2026

Am kommenden Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, tagt der Freiberger Stadtrat. Auf der Tagesordnung stehen mehrere, teils konkurrierende Vorschläge zur zukünftigen Gestaltung der Stadtspitze. Einer davon ist der Abwahlantrag gegen den langjährigen Stadtrat Steve Ittershagen als Verhinderungsstellvertreter des Oberbürgermeisters. Eingebracht wurde der Antrag von der Fraktion Freie Wähler. Anlass waren Recherchen dieser Zeitung zur Wahlanfechtung der Oberbürgermeisterwahl aus dem Dezember 2025 (siehe Link unten: Hinter den Kulissen der Wahlanfechtung).

Weitreichender sind die anschließend zu behandelnden Beschlussvorlagen. Gegen den gewählten Oberbürgermeister Philipp Preißler wurde aufgrund öffentlich bekannt gewordener Vorwürfe ein Dienstverbot verhängt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet (FORUM AKTUELL berichtete). Damit muss das bereits länger andauernde Fehlen der eigentlichen "Stadtchefs" überbrückt werden.

Aus den vorliegenden Unterlagen für die Stadträte geht hervor, dass die Verwaltung mit einer Dauer des Disziplinarverfahrens und des Verbots zur Führung der Dienstgeschäfte von etwa zwei Jahren rechnet – möglicherweise sogar länger.

Die Fraktionen Bürger für Freiberg und Freie Wähler bringen gemeinsam die Bestellung eines Amtsverwesers ins Spiel. Die Sächsische Gemeindeordnung sieht für die Zeit der Verhinderung des amtierenden Oberbürgermeisters die Möglichkeit vor, einen Amtsverweser zu bestellen. Die Fraktionen begründen ihren Vorschlag mit folgenden Vorteilen: „Durch die Bestellung eines Amtsverwesers erfolgt keine dauerhafte finanzielle Belastung des städtischen Haushalts und die Stadt und ihre Verwaltung erlangen wieder ihre volle Handlungsfähigkeit.“ Darüber hinaus soll mit dem Antrag die Einrichtung eines zweiten Beigeordneten für Finanzen und Verwaltung bis zur Amtsübernahme eines neu gewählten Oberbürgermeisters ausgeschlossen werden. Ein solcher Beigeordneter wird häufig als „Finanzbürgermeister“ bezeichnet. Freiberg hatte diese Funktion bis 2015. Der damals neu gewählte Oberbürgermeister Krüger hatte vorgeschlagen, die Stelle einzusparen und den Geschäftsbereich selbst zu übernehmen. Der Stadtrat stimmte damals der entsprechenden Neugliederung der Verwaltung zu.

Einen anderen Ansatz um zu einer neuen Aufgabenverteilung zu kommen, verfolgt die Stadtverwaltung mit ihrem eigenen Vorschlag: Der Bereich „Finanzen und Verwaltung“ soll durch einen Dezernenten besetzt werden. Dabei würde es sich um eine Leitungsfunktion innerhalb der Verwaltung handeln, nicht um einen eigenständigen Geschäftsbereich, wie bei einem "Finanzbürgermeister".

Am Ende wird der Stadtrat entscheiden müssen, welcher Weg die Handlungsfähigkeit der Stadt sicherstellen soll, bis ein Oberbürgermeister wieder im Amt ist.

Über den Redakteur

Marko Winter
Marko Winter, © Nicole Weber, Die Fotomeisterin, 2024

Mein Name ist Marko Winter, bin Dipl.-Ing. für Informationstechnik, 52 Jahre jung, verheiratet und habe zwei Kinder.

Politisch aktiv wurde ich, weil aus meiner Sicht zunehmend Entscheidungen gegen die Interessen der eigenen Bürger getroffen werden. Als langjähriger ehrenamtlicher Stadt- und Kreisrat engagiere ich mich für Freiberg und Mittelsachsen und habe die AfD im Kreis Mittelsachsen mitgegründet.

Seit 2024 bin ich direkt gewähltes Mitglied des Sächsischen Landtags für den Wahlkreis Freiberg (39,6 %). Dort liegen meine Schwerpunkte auf der Corona-Aufarbeitung und der Digitalpolitik als digitalpolitischer Sprecher meiner Fraktion.

Mediale Schieflagen in der Berichterstattung etablierter Medien haben mich zum maßgeblichen Unterstützer der Mitmach-Zeitung FORUM AKTUELL werden lassen.

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