Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses

Quo vadis Soldatenteich?

Eine Bestandsaufnahme von Ralf Dobritz

Blick auf den Soldatenteich
Foto: Ralf Dobritz

In diesem schönen, heißen Jahr 2026 habe ich meine Heimat quasi neu kennengelernt. Überall in der Gegend gibt es herrliche Möglichkeiten, sich nach Feierabend oder am Wochenende auszuruhen, zu sonnen und zu baden. Die Freiberger fahren dann nach Harti, zum Erzer oder zum Pochwerkteich.

Nur leider nicht mehr an meinen geliebten Soldatenteich.

Warum ist das so? Und das ja keineswegs erst seit diesem Jahr.

Nach der Feier zum 100-jährigen Bestehen des Areals und der verpassten Bewerbung zur Landesgartenschau ging es steil bergab. Der Förderverein, der ohnehin immer nur ein Deckmäntelchen der Stadt war, wurde aufgelöst. Dann folgte die Naturgewalt: Der Wildwuchs des Schilfs machte das Baden unmöglich. Die Beseitigung war anstrengend und teuer – danach war gefühlt schlicht die Luft raus. Die Bäderbetriebsgesellschaft hält zwar nach wie vor alles so gut es geht am Laufen und kümmert sich. Doch ohne Pächter ist das ein hoffnungsloses Unterfangen.

Statt Erholung erwarten mich beim Badebesuch wilde Rauchschwaden halblegaler Grills und Musikboxen, die ihre Beats bis hinüber zum FKK-Bereich hämmern. Dazu Hunde hier und da sowie unzählige Enten, die das Gras vollkoten – übrigens ein Hauptgrund für die Zerkarien. Leute, die nerven, grölen und die Ruhe stören. Ältere Menschen haben mittlerweile Angst, ihre Zeit ungestört im hinteren FKK-Bereich zu verbringen. Die Bänke wurden allesamt demoliert, ins Wasser geworfen oder verbrannt. Der Imbissbunker hat nur mit Glück geöffnet und verlangt Preise, bei denen man sich lieber alles von zu Hause mitbringt. Positiv anzumerken ist immerhin, dass die Toiletten offen und sauber sind. Für die Algen im Hochsommer kann niemand etwas.

Ich vermisse die Freiberger – gerade auch die Senioren. Vor Jahren war der Strand noch voller Menschen aus den nahegelegenen Wohngebieten.

Eigentlich ist die Lösung für mich ganz einfach: Wir brauchen einen engagierten Pächter, der das Areal übernimmt, die Gastro neu aufstellt und gemeinsam mit der Stadt Schritt für Schritt den Campingplatz wieder auf Vordermann bringt. All das kostet Geld, wofür ich auch gerne Eintritt zahle. Das alleine wird zwar nicht für eine dauerhafte Finanzierung reichen, aber ein Anfang wäre gemacht.

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