Die "Drei Kreuze" zwischen Brand-Erbisdorf und Freiberg haben eine lange Geschichte und ein reicher Sagenschatz [1] umgibt diesen Ort. In "Freibergs vergangenen Tagen" von Bley (erschienen 1926 im Verlag Craz und Gerlach) findet man nachfolgende Geschichte, welche wohl am glaubwürdigsten ist, da einen realen Hintergrund sich dahinter verbürgen könnte. Wahrscheinlich spiegeln diese den neueren Wissensstand wider, wurde die im Sagenschatz von Ziehnert [2] bereits 1874 schriftlich verewigt. Bley geht dabei nicht auf die stattgefundenen Erneuerungen in den späteren Jahrhunderten ein.
Diese Geschichte reicht bis in den Herbst des Jahres 1295 zurück. Friedrich der Freidige (auch bekannt unter 'der mit gebissenen Wange') und sein Bruder Dietrich, widersetzten sich den Lehensauflassungen von König Adolf von Nassau [3]. Dies führte zum kriegerischen Konflikt in den Jahren 1294 und 1295, infolge dessen Adolf von Nassau die Mark Meißen und Thüringen vollständig besetzte. Später kann es nicht gewesen sein, da König Adolf von Nassau auf dem Hoftag 1296 einen Landfrieden zu Gunsten des Reiches bekundete. Jedoch muß man beachten, daß viele Historiker voneinander abschrieben. Jahreszahlen sind daher mit Vorsicht zu genießen.
Als reichste Stadt Sachsen führte Adolf von Nassau sein Heer auch gegen Freiberg, die nach einem Verrat ihre Tore kampflos öffnete. König Adolf von Nassau forderte daraufhin 3.500 Gulden an feinen Silber seitens der Stadt und nahm drei Ratsherren in Geiselhaft, die er in Mönchenfrei internierte. Die Behandlung muß der Zeit entsprechend sehr gewalttätig gewesen sein, wie die Überlieferung hinterließ.
Die drei Ratsherren entschlossen sich im November wahrscheinlich 1295 in der Nacht zur Flucht. Sie nutzten den Umstand aus, daß die Landsknechte betrunken schliefen. Kurz vor Freiberg wurden diese jedoch aufgegriffen sowie an dem Ort und Stelle ermordet. Ihre Köpfe spießte man zur Abschreckung auf und stellte diese zur Warnung vor die Stadttore. Zu deren Ehren errichtete man dann diese drei Kreuze zur Andacht und Gedenken.
Die zweite Version, dass es sich um eine Andachtsstätte für die Bergleute am vorbeiführenden Häuersteig handele, ähnlich der aus katholischen Gegenden bekannten Wegkreuze, erscheint eher unwahrscheinlich. Wegekreuze sind außerhalb der katholisch sorbischen Siedlungsgebiete in Sachsen eher unbekannt. Einzig bekanntes Wegekreuz im Erzgebirge befindet oder befand sich, sehr unscheinbar aufgestellt, in der Nähe vom Kalkwerk. Scheint auch neueren Datums gewesen zu sein.
Die meisten noch vorhandenen Kreuze, wie in Burkhardswalde, stammen vorwiegend aus vorreformatorischer Zeit. Ersturkundliche Erwähnung erfolgte am 2. Mai 1574, als man die morschen Kreuze durch Steinerne ersetzte. Bei den drei Kreuzen könnte es sich also um Sühnekreuze handeln, welche an ein Verbrechen, also an die Ermordung dieser drei Ratsherren, erinnern sollen [4].