Aktuelle Nachrichten

Und am Ende gewinnen immer die Deutschen

Deutschland-Trikot
Foro: Holger Reuter

Wo sind sie hin, die Spieler die Gary Lineker zu dieser Aussage bewegten?

 

Ein Kommentar von Holger Reuter

30.06.2026

 

Es ist vorbei. Wieder einmal scheidet die Mannschaft, so wird sie zu mindestens vom DFB genannt, sehr zeitig aber nicht unerwartet bei einem Weltmeisterschaftsturnier aus. Diesmal hat sie wenigstens die Gruppenphase überstanden, welch ein Erfolg.

Aber waren wir nicht zur WM gefahren, um Weltmeister zu werden. Ein schöner Traum, der jäh zerplatzt ist.

Wir sind nur noch Mittelmaß, hört man so manchen Kritiker des deutschen Fußballs.

Andere wiederum setzen mit ihrer Kritik am Leistungswillen der Mannschaft viel tiefer an: Die Mannschaft ist das Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes meinen sie.

Wo sind sie hin, die goldenen Zeiten, als deutsche Nationalmannschaften den Weltfußball noch mitprägten? Gern erinnern wir uns an Typen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Günter Netzer. Dazu gehörten dann Spieler wie Hans Georg Schwarzenbeck, Dieter Hötges oder Herbert Wimmer, Männer die die so genannte Drecksarbeit machten damit Spieler wie Beckenbauer und Netzer brillieren konnten. Und natürlich Gerd Müller, der die Tore schoss und dem kein Weg zu weit und kein Zweikampf zu viel war, der auch mal dahinging wo es weh tat.

Spätere Zeiten waren geprägt von Horst Rubesch, Toni Schumacher, Klaus Fischer oder Lothar Matthäus. Auch sie waren Kämpfer und setzten sich bis an die Schmerzgrenze ein.

So gewann man Spiele und oft war es eben die deutsche Nationalmannschaft die siegte und Gary Lineker zu seiner Feststellung bewegte: „Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“

Vorbei ist jene Zeit und heute gilt wohl eher die Feststellung: Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.

Die Ursachen sind sicher vielfältig. Vielleicht fängt es damit an, dass es eben nicht mehr die deutsche Nationalmannschaft ist, sondern die Mannschaft. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir uns gesellschaftlich für vieles was uns ausmacht selbst verleugnen. Wir sind lieber Moralweltmeister anstatt einfach nur Spitzenfußballer.

Da ist es dann wichtiger sich beim Mannschaftsfoto den Mund zuzuhalten weil die Regenbogenbinde auf dem Spielfeld nicht getragen werden darf. Dafür saß die deutsche Innenministerin Nancy Faeser dann im Nicky mit der Regenbogenbinde um den Arm auf der Ehrentribüne, welch ein großartiger Anblick. Wir wurden zwar nicht Weltmeister, sind nach der Gruppenphase nach Hause gefahren, doch wir haben Haltung gezeigt.

Man darf sicher auch die Frage stellen, ob eine deutsche Nationalmannschaft, die beim Singen der Nationalhymne Mundbewegungen macht, die eher daran erinnern wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappt, die richtige Einstellung hat für ihr Land das Letzte zu geben. Der Beobachter des letzten Spiels hatte wohl eher den Eindruck, dass dort ein Fußballballett aufgeführt wurde. Sicher Franz Beckenbauers Spielstil war durchaus auch sehr virtuos, aber neben ihm waren Leute auf dem Platz, die ihm den Rücken freihielten. Die braucht man neben den Einzelkönnern um Spiele zu gewinnen. Elf virtuos aufspielende Fußballer gewinnen dagegen keine Weltmeisterschaft wie wir gerade wieder erleben konnten. Die nächste WM ist in vier Jahren und bis dahin gibt es viel zu tun. Und vielleicht lässt man die Fußballspieler dann auch mal wieder nur Fußballspielen, stellt eine funktionierende Mannschaft zusammen, die nicht nur aus Einzelkönnern besteht und ist wieder die deutsche Nationalmannschaft. Die seelenlose Bezeichnung Mannschaft sollte dann ausgedient haben.

 

zurück …