"Wir reden" mit den anderen
von Christine Diewald
Seit Ende 2024 gibt es in Freiberg eine Gesprächsrunde, bei der gezielt Leute aus dem rechten und linken Lager zusammenkommen, um zu diskutieren. Das Augenmerk liegt dabei auf einem fairen, sachlichen Umgang (sich gegenseitig ausreden lassen, argumentieren und nicht beleidigen oder mit „Ad-hominem-Argumenten“ angreifen).
Dabei werden gezielt kontroverse Fragen erörtert, wie z.B.: „Rechts/links, was ist das?“, „Klimawandel, Energiewende – notwendig und erfolgreich?“, „Kapitalismus, Fluch oder Segen?“, „Gibt es ein Recht auf die eigene Kultur?“ und „Migration und globaler Süden?“.
Oft liegen die Positionen überraschend nah zusammen. In Bezug auf Kriegsursachen besteht weitgehend Einigkeit (Ressourcenkriege, Macht- und Profitstreben).
Besonders herausfordernd für Fairness und Sachlichkeit sind Themen, bei denen festgefahrene Dogmen aufeinandertreffen. Beispielsweise scheint die linke Seite tatsächlich nicht zu verstehen, dass Geld und Güter erst erwirtschaftet werden müssen, bevor man sie verteilen kann. Dennoch, oder gerade deswegen, ist dieses Format für mich ein Licht der Hoffnung. Man kann sich als Mensch begegnen, trotz unüberwindbar scheinender Meinungsverschiedenheiten. Oft erkennt man dabei, dass die Beweggründe „der anderen“ ebenso wohlmeinend sind.
Im Gegensatz zu diesem kleinen „Aufeinander-Zugehen“ ist die Gesellschaft tief gespalten. Rechte werden ausgegrenzt, diffamiert, angegriffen … und auch getötet, wie erneut vor wenigen Tagen in Lyon. Dem 23-jährigen Patrioten Quentin Deranque wurde von einem linken Schlägertrupp aufgelauert. Er wurde von einer Überzahl von Angreifern niedergeschlagen und gegen den Kopf getreten, als er bereits bewusstlos auf dem Boden lag. Zwei Tage später verstarb er an seinen Verletzungen.
Selbst im Angesicht eines derartigen Verbrechens betreibt die Presse in weiten Teilen eine Täter-Opfer-Umkehr bzw. der Getötete muss zwingend bereits in der Überschrift als rechts dargestellt werden (Spiegel, 22.02.2025: Tausende bei Trauermarsch für rechten Aktivisten in Lyon: ).
Genau wie kürzlich bei dem Mord an dem konservativen Charly Kirk in den USA, den man posthum auf breiter öffentlich-rechtlicher Basis besudelt hat. In Deutschland tut sich die Grüne Katrin Göhring-Eckardt damit hervor, Maja T. zu unterstützen. Maja bzw. Simeon wurde zwischenzeitlich in Ungarn wegen eines blutigen Angriffs auf mutmaßliche Rechtsextreme zu 8 Jahren Haft verurteilt. Aus Parlamenten, Talkshows und selbst vom Verfassungsschutz und von Gerichten wird der gewaltbereite Mob intellektuell munitioniert. Wer die illegale Masseneinwanderung aus fremden Kulturen kritisiert, dem wirft man Rassismus und Menschenfeindlichkeit vor. Der AfD unterstellt man fortgesetzt und ohne jeden Beweis, sie wolle die Demokratie abschaffen.
Die Beispiele für diese antidemokratische Hetze aus dem Lager der „UNSERE DEMOKRATEN“ ließen sich seitenweise fortsetzen. Das alles ist erschreckend und man könnte den Mut verlieren. Aber man sagt doch auch, dass die Nacht am dunkelsten sei, kurz vor der Dämmerung. Der Wind dreht sich bereits, und es wird Zeit, die Gesellschaft zu heilen.
Die Herausforderungen unserer Zeit sind riesig, und es wird ein „Wir“ und das Ende dieser Spaltung gebraucht.