Warum wir Pfingsten feiern
von: Jonas Krahl
An Weihnachten gibt es Stollen und Geschenke, an Ostern gefärbte Eier und versteckte Nester und an Pfingsten vor allem eins: Erklärungsbedarf. Von allen christlichen Feiertagen ist Pfingsten für die meisten in der heutigen Zeit am wenigsten greifbar, was nicht unbedingt auf die fehlende Kommerzialisierung zurückzuführen ist.
Pfingsten ist etwas kniffliger, beantwortet dabei aber eine sehr entscheidende Frage. War das Wirken Jesu nur eine Episode in der Weltgeschichte, ein kurzer göttlicher Gastauftritt zwischen Krippe und Kreuz? Und die Welt bleibt nach Himmelfahrt einsam zurück?
Genau das ist nicht geschehen. Gott hat den Menschen nicht allein gelassen. Mit Pfingsten feiern wir, das er uns den Heiligen Geist auf die Erde gesandt hat, was den Anfang der Christenheit darstellt. Es ist die Zusage Gottes, dass er nicht erst irgendwann im Jenseits zu finden ist, sondern bereits in dieser Welt. Überall wo sich Menschen nach Gott ausrichten, kann sein Geist in ihnen und durch sie wirken. Christen beeinflussen dadurch bis heute unsere Gesellschaft, sei es in Wissenschaft, Rechtsprechung, Politik oder Kultur. Nicht als makellose Heilige, aber als Träger der Wahrheit und einer geistigen Orientierung, auf deren Fundament sich große Teile unserer westlichen Kultur entwickelt haben.
Eine Gesellschaft kann nicht unbegrenzt von einer Ernte leben, ohne den Acker zu pflegen, auf dem sie über Jahrhunderte gewachsen ist. Irgendwann wird der Boden unfruchtbar und die Ernte bleibt aus.
Noch ist der Ursprung unserer Gesellschaft erkennbar. Auch unsere Feiertage bestehen noch, doch der geistige Boden, aus dem sie einst gewachsen sind, trocknet zunehmend aus. Es braucht wieder Führung vom Heiligen Geist, welcher jedem Menschen, der an Jesus Christus glaubt, geschenkt wird.
Weihnachten verkündet Gottes Menschwerdung, Ostern seinen Sieg über den Tod und Pfingsten vor allem eins: Gott war, ist und bleibt. Bis in alle Ewigkeit!