Ostern: zwischen Ablehnung und Hoffnung
von Jonas Krahl
Im Allgemeinen ist man sich darüber einig: Ostern ist mit dem Ereignis der Auferstehung von Jesus Christus verbunden. Bei der Frage, ob es sich dabei um einen religiösen Mythos oder um ein tatsächlich stattgefundenes Ereignis handelt, kommen jedoch schnell geteilte Meinungen auf. Für Christen steht oder fällt mit der Auferstehung der Glaube. Entweder sie ist wirklich geschehen und es gibt Hoffnung nach dem Tod oder der Glaube verliert seinen Sinn.
Die heutige Gesellschaft scheint sich diese Frage nach Mythos oder Realität allerdings kaum noch ernsthaft zu stellen. Statt über Wahrheit zu sprechen, wird dem Christentum häufig mit höflicher Gleichgültigkeit begegnet. „Es ist schön, wenn der Glaube dir Halt und Trost gibt.“ Der religiöse Standpunkt wird akzeptiert, solange er privat bleibt und nicht zu stark in das eigene Leben eingreift, geschweige denn Ansprüche an dieses stellt. In diesem Sinn ist das Christentum für viele ein praktischer Wertelieferant geworden, welcher zur abendländischen Kultur halt dazugehört. Das Osterlamm als Symbol für Jesus, welcher unschuldig für unsere Sünden geopfert wurde, oder die ursprünglich nur rot gefärbten Ostereier, als Zeichen für das Blut Jesu.
Für andere ist der Glaube aber weit mehr als kulturelle Symbolik. Viele Christen, für die die Auferstehung Jesu eine Wirklichkeit ist, die ihr Leben grundlegend verändert hat, müssen weltweit mit Verfolgung, Gefangenschaft oder massiver Ablehnung rechnen. Betrachtet man den Weltverfolgungsindex 2026 wird deutlich, dass Christen, die am meisten verfolgten Menschen der Welt sind. Ihnen geht es nicht nur um eine christliche Kultur, sondern um einen Glauben an die Auferstehung, der ihren Blick auf das Leben selbst verändert. Wer davon überzeugt ist, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, wird zwangsläufig andere Prioritäten setzen und kann diese freudige Botschaft nicht für sich behalten. Von dem Index lässt sich ableiten, dass vor allem kommunistische Diktaturen oder islamistische Staaten ein Problem mit diesem Wahrheitsanspruch haben. Aber wer meint, Christenverfolgung sei nur ein Problem ferner Länder, übersieht Entwicklungen vor der eigenen Haustür. Das christliche Café „STAY“ in Leipzig beispielsweise, ist bereits seit Eröffnung Opfer einer linksextremistischen Terrorserie. In der Nacht von Heiligabend wurde ein halber Liter Buttersäure in den Innenraum geleitet, woraufhin die kompletten Fußböden ausgetauscht werden mussten.
Zudem erschien auf der linksextremistischen Internetplattform „Indymedia“ ein Schreiben, das als mögliches Bekennerschreiben zu einer weiteren Tat, der mittlerweile 23 Vorfälle, zugeordnet wird:
„Kein Gott, kein Staat, kein Kaffeevollautomat! (…) Genüsslich schlugen wir stattdessen die Scheiben ein und hinterließen voller Hass und Genugtuung unsere Meinung am STAY Café. (…) Barista, Barista, Antichrista!"
Die moderne Gemeinde, welche hinter dem Café-Projekt steht, vertritt ein christliches Weltbild. In Teilen der linken Szene wird dies offenbar als Provokation verstanden, was ihnen Anlass zur Gewalt gibt.
Gerade angesichts solcher Entwicklungen erinnert Ostern daran, worauf der christliche Glaube letztlich gründet. Hass, Gewalt und sogar der Tod haben durch die Auferstehung von Jesus ihre Macht verloren. Dadurch können Christen die Hoffnungsbotschaft, trotz Ablehnung weitertragen und den österlichen Jubel anstimmen: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“