Dr. Michael Andrick in Freiberg: Totalitäre Tendenzen im politischen System

von Bärbel Falke

Dr. Michael Andrick (im Bild links) und Andreas Schettler  © Andreas Schettler, 2026
Dr. Michael Andrick, links © Andreas Schettler, 2026

Am Freitag, den 17. April 2026 trat Dr. Michael Andrick im Städtischen Festsaal in Freiberg mit einem Vortrag in Form von philosophischen Betrachtungen zum Thema Spaltung und totalitäre Tendenzen in der Politik auf. Er ist Philosoph und Autor. Ein Mensch, der sich einmischt in den politischen Diskurs in verschiedenen Medien.

Seine Herangehensweise zeichnet sich durch genaue Darstellung der Definition von Begriffen aus. Diese trägt er wertungsfrei vor. Der Zuhörer soll zum genaueren Hinterfragen
und Betrachten angeregt werden. Sein Ziel ist dabei immer, mit den anderen ins Gespräch zu kommen, andere Standpunkte und Meinungen anzuhören, darüber zu diskutieren, Fakten
zu erfahren, ohne die Absicht, dem anderen eine Meinung aufzudrängen. Nur im gemeinsamem Diskurs lassen sich, wenn alle Beteiligten auch Zeit zur Reflektion haben, Lösungen kreieren, ohne dass einer „über den Tisch gezogen“ wird.

Dr. Andrick sieht die Gefahr, dass sich unsere Gesellschaft auf dem Weg in ein totalitäres, geschlossenes System befindet, wenn fast niemand bemerkt, wie der Weg dahin Schritt für Schritt durch scheinbar kleine Einschränkungen der Freiheit(en) geebnet wird. Das erläuterte er an mehreren konkreten Beispielen. Zum Verständnis dieser weitreichenden Problematik ging es um Fragen wie:

Was ist der Sinn der Politik? Was ist Freiheit? Was bedeutet Totalitarismus? Welche Tendenzen einer solchen Entwicklung sind bereits sichtbar? Wo, wie konkret, mit welchen Mitteln wird der Weg in eine totalitäre Gesellschaft schrittweise vollzogen? Woran ist das erkennbar? In welcher Kultur reifen totalitäre Strukturen und breiten sich aus? Welches sind die Lebenselemente totalitärer Politik?

Fazit: Ausgrenzung, Moralisieren ohne Fakten (nur Gefühle ansprechen), Vernichten von Existenzgrundlagen der Kritiker, Schüren von Angst, die zur Selbstzensur führt, Verwendung von Kampfbegriffen führen zur Schwächung und zum Zerfall des Immunsystems einer Gesellschaft und sind letztendlich Wegbereiter für deren Niedergang in allen Bereichen, bis hin zu Bürgerkrieg im Land und Kriegen gegen andere Staaten/Völker.

Die entscheidende Aufgabe ist es, das zu erkennen, totalitäre Tendenzen anzusprechen, deutlich zu machen und sie nicht zu „bedienen“.

Der Austausch ist wichtiger als eine Meinung oder Auffassung durchzusetzen. Zunächst verschiedene Ansichten anzuhören, dem anderen zuzuhören und danach still zu sein, damit die Fakten wirken können. Antworten oder weitere Gespräche ergeben sich erst mit dem notwendigen Abstand.

Im Internet gibt es eine Reihe von Beiträgen von/über/mit Dr. Michael Andrick. Nachfolgend finden sie ein paar Anregungen.

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